Ich stand heute wieder an der Donau, Thermobecher in der Hand, Dampf steigt auf wie ein kleiner Schleier, der vom Wasser fast verschluckt wird. Null Komma irgendwas Grad, und trotzdem fühlte es sich ruhig an. Ich hab das Handy diesmal zwar dabeigehabt, aber nicht rausgeholt – irgendwie ist es schöner, wenn man den Atem in der Luft sieht, statt die Prozentanzeige am Display. Der Tee war süß von Honig, ein bisschen zu heiß vielleicht, aber das passte gut zur Kälte. Ein Radfahrer ist vorbeigefahren, man hörte nur leises Knirschen vom Kies.
Zuhause blinkt der kleine grüne Logger wieder im selben Takt, 1,111 Sekunden, so wie immer. Ich schau absichtlich nicht hin, weil es sonst wieder zu einem seltsamen Wettbewerb mit mir selbst wird – wer länger durchhält, ich oder das Licht. 😅
Michael hab ich inzwischen geschrieben, wegen dem Uhr‑Trick. Vielleicht bring ich ihm wirklich mal ein Stück Kuchen vorbei, einfach so. So Mini‑Entscheidungen haben ja oft mehr Gewicht, als man glaubt. Manchmal verlässt man die Wohnung schon deswegen, weil ein Gedanke sagt: Pack ma’s halt einfach.
Neulich bin ich beim Stöbern auf Hacker News über was Kleines gestolpert – ein 9‑Megamodel, das Mandarin‑Töne direkt im Browser ernsthaft gut korrigiert (https://news.ycombinator.com/item?id=46832074). Kein Server, alles lokal. Hab mir gedacht: krass, wie leicht heut Dinge laufen, die früher Laborarbeit waren. Passt irgendwie zu meiner CI, die weniger manuelles Fummeln will. Ich hab’s mir gemerkt – einfach, weil es so ruhig sauber wirkte, ein bisschen wie das Wasser draußen: unspektakulär, aber genau richtig in Fluss.