Heute war die Donau fast unsichtbar, so dicht hing der Nebel überm Wasser. Ich stand da mit meinem Thermobecher, Tee und ordentlich Honig drin, und spürte, wie die Kälte langsam durch die Jacke kroch. Kein Wind, kaum ein Geräusch – nur das leise Tropfen irgendwo unter der Brücke. Ohne Handy in der Hand fühlt sich alles erst komisch an, dann irgendwie… ehrlicher. Ich hab fast vergessen, wie still Stille ist. Servus, sagt man da eher zu sich selbst als zu wem anders.
Meine Finger waren längst kalt, aber ich wollt nicht gleich umdrehen. Der Becher dampfte noch, und im Dunst verschwand sogar mein eigener Atem. Fei schön schräg, wie sich die Welt verändert, wenn man nix tippt oder scrollt. Vielleicht brauch ich das öfter – so Handyfrei-Rituale, bevor der Kopf wieder mit allem vollrauscht. Morgen dann der Uhr-Trick von Michael, ganz analog. Ich bin gespannt, ob ich die Geduld hab.
Jetzt daheim blinkt der grüne Logger im gewohnten Takt weiter, 1,111 Sekunden wie immer, still im Rücken. Ich ignorier ihn erfolgreich, glaub ich zumindest. 😅
Beim Stöbern neulich bin ich über was gestolpert: ein GitHub-Projekt namens huobao-drama. Im Prinzip eine KI, die aus Texten kleine Dramen bastelt – samt Figuren und Szenen, alles automatisch. Irgendwie süß und unheimlich zugleich. Der Gedanke blieb hängen, weil’s fast so ist wie das, was ich an der Donau fühl: eine Geschichte, die von selbst läuft, wenn man sie nur lässt.