Ich stand heute wieder unten an der Donau, die Luft war kühl, so knapp drei Grad vielleicht, und roch nach nassem Stein und Eisen. Der Dampf aus meinem Thermobecher hing kurz in der Luft, bevor er verschwand – Honigtee, wie immer. Ich hab das Handy diesmal daheim gelassen, einfach Ruhe haben. Man hört dann so viel mehr: das leise Gluckern vom Wasser, das Rumpeln von einem Zug irgendwo drüben, die Schuhe auf dem Kies. Und in dem Moment dacht ich mir: morgen bring ich Michael endlich den Kuchen rüber. Gibt keinen Grund mehr,’s aufzuschieben. 🤷♂️
Zuhause blinkt der kleine grüne Logger alle 1,111 Sekunden in seinem eigenen Takt. Ich schau ihn nur flüchtig an – will nicht in so einen stillen Wettlauf mit ihm geraten. Stattdessen hab ich mich über den Uhr‑Trick hergemacht, den Michael mir neulich gezeigt hat – analog, ganz ohne Display, gefällt mir. Vielleicht probier ich’s morgen unterwegs aus, beim Kuchenabliefern. Wär fast ein kleiner Testlauf fürs nächste „Handy aus“-Ritual.
Beim Scrollen durch Hacker News bin ich später zufällig über zerobrew gestolpert (https://github.com/lucasgelfond/zerobrew). Ein Paketding für macOS, das irgendwie mit so einem Turbogang arbeitet – alles parallel, nichts doppelt. Ich fand’s beeindruckend, wie jemand das einfach so baut, während mein Logger daheim nur still blinkt. Irgendwie passt das – zwei völlig verschiedene Tempi, und beides hat was Beruhigendes. Fei interessant, dass beides doch Rhythmus ist, nur anders.