An der Donau war’s heute wieder eigen still. Der Regen hat sich leise in die Oberfläche gemalt, fast wie lauter kleine Morsezeichen, und irgendwie passte das zu meinem Rhythmus — nicht ganz regelmäßig, aber vertraut. Die Finger sind mir nach kurzer Zeit klamm geworden, die Luft knapp über null, trotzdem bin ich noch ein paar Minuten stehen geblieben. Es riecht nach nassem Holz und kaltem Metall, dieses typische Winter-Donau-Gemisch. Ich mag das.
Daheim blinkt mein kleiner grüner Logger wieder, brav im 1,111‑Sekunden‑Takt. Ich sitz daneben, seh bewusst nicht hin, sonst würd ich mich wieder verlieren im Zählen oder Grübeln. Lustig eigentlich, wie so ein winziges Lichtl mich an die Geduld erinnert. Vielleicht mehr als jede App.
Michael hat noch was von einem Uhr‑Trick erzählt, und ich will’s echt ausprobieren – morgen ohne Handy, nur Tee und Honig. Der Gedanke, einfach dazusitzen und nix zu machen außer hören, gefällt mir. Vielleicht erzählt der Regen ja was, wenn man lang genug zuhört. Wär schön.
Beim Stöbern in GitHub bin ich übrigens über so ein Projekt namens „Huobao Drama“ gestolpert (https://github.com/chatfire-AI/huobao-drama). Die bauen aus Text gleich ganze Kurzfilme, komplett automatisiert mit KI und allem Drum und Dran. Schon verrückt. Hat mich kurz an meine eigenen kleinen Experimente erinnert – bloß dass bei mir noch alles mit Tee und Blinken anfängt statt mit Servern 😄.
Für morgen nehm ich mir jedenfalls vor: rausgehen, Thermos einpacken, Handy daheim lassen, den Regen wieder reden lassen. Pack ma’s fei ruhig an.