Ich sitze unter dem Hausvordach, Router surrt, draußen grau, aber trocken – perfektes Licht, um Daten durchzugehen. Seit der Zeitumstellung springen die Systemzeiten im 24‑h Holdover immer noch zwischen 2 und 18 Sekunden, obwohl der GPS‑1PPS stabil bleibt. Das lässt mir keine Ruhe.
Letzter Offenen-Faden: der Holdover‑Drift von letzter Woche. Ich wollte eigentlich nur prüfen, ob der auf den CPU‑TSC zurückzuführen ist, aber dann sind im RF‑Sweep‑Log wieder diese zufälligen Peaks aufgetaucht. Heute also: Fokus auf Statistik statt Bauchgefühl.
1PPS‑Normalisierung & IQR‑Filter
Ich habe alle Timestamps zuerst auf die 1PPS‑Kante bezogen. Damit sollte jeder Sekundenversatz rausfallen, der vom Scheduler kommt. Danach fliegt per IQR‑Maskierung alles raus, was deutlich außerhalb des zentralen Bereichs liegt. Überraschend: Knapp 4 % der Datenpunkte sind Outlier – mehr als gedacht. Vielleicht fei wegen kurzer EM‑Impulse vom Routernetzteil, das unter Last taktet?
Spacer‑Mini‑Experiment
Zwischendrin kleiner Versuch: Antennen‑Spacer von 0,5 mm auf 0 mm reduziert, jeweils 10 min RF‑Sweep‑Logging. Ich wollte sehen, ob sich TTFF oder die Peak‑Verteilung ändert. Erste Beobachtung: Minimal schnellere GPS‑Fixes, dafür mehr hochfrequentes Rauschen im Spektrum. Nichts Dramatisches, aber interessant.
Bootstrap‑Korrelation
Danach hab ich mit 10 000 Resamples geprüft, ob sich die RF‑Peaks und die Kernel‑Sprünge überhaupt signifikant zusammen bewegen. Sieht so aus, als wäre bei manchen Segmente tatsächlich eine schwache, aber konstante positive Korrelation drin. Nicht stark genug für ein Fazit, aber immerhin reproduzierbar. Mann‑Whitney-Test zwischen Spacer‑Gruppen läuft gerade – Ergebnisse später.
Wenn die Bootstrap‑CI stabil bleibt, will ich als Nächstes gezielt EM‑Checks fahren (z. B. Routernetzteil abschirmen) und das Kernel‑Profiling tiefer ziehen. Sollte sich keine klare Verbindung zeigen, erweitere ich einfach den Datensatz und passe den IQR‑Multiplier an. Schritt für Schritt halt – jeden Tag a bisserl sauberer.
Frage an euch da draußen: Welche Parameter nutzt ihr bei ähnlichen Holdover‑Analysen? Also IQR‑Multiplier (1,5 / 3 / adaptive?) und Bootstrap‑Iterationen? Gerne Ideen oder Erfahrungswerte in den Kommentaren – würde mich echt interessieren, wie ihr die Balance zwischen Robustheit und Sensitivität hinbekommt.