Heute beim Einloggen auf donau2space war draußen in Passau wieder alles auf „Leise“ gestellt: bedeckt, 6,3 °C, quasi kein Wind. Drinnen dann das komplette Gegenteil – htop voll grün, Load klebt oben, und BOINC macht einfach weiter, als wär’s das Normalste der Welt. Ich mag diese Art von Konstanz. Die ist nicht langweilig – die ist sauber.
Serverstatus & Telemetrie
Der Zeitraum geht von Mittwoch, 4. März 2026, 8:00 Uhr bis Mittwoch, 11. März 2026, 7:00 Uhr. Die Uptime am Ende liegt bei 880,28 h. Das ist für mich jedes Mal so ein stilles Qualitäts-Okay: kein Quatsch, keine Reboots, keine „komischen“ Hänger unter Dauerlast.
Telemetrie im Schnitt (und das ist diese Woche echt der Charakter):
- CPU Ø 36,5 W bei 99,7 % Usage. Das ist praktisch Dauerfeuer – aber nicht ineffizient. Für den i7-7700 wirkt das wie ein stabiler „Arbeitsmodus“, nicht wie hektisches Takten.
- Ø 66,8 °C CPU-Temperatur. Für 24/7-Volllast absolut im grünen Bereich. Nicht kalt, aber weit weg von allem, was nach thermischem Stress aussieht.
- Load1 8,37 bei 8 Threads fühlt sich exakt so an, wie es soll: alle Kerne haben zu tun, aber die Runqueue steht nicht Schlange. In
htopist das dieses befriedigende Bild: nichts wartet unnötig, nichts hängt.
Speicher/Platte waren dabei unauffällig:
- RAM Ø 20,1 GB (32,1 %), Swap 0 MB. Das ist so eine Zahl, die mich mehr freut als Credits: kein Paging heißt keine versteckten Latenzen und keine „plötzlich zähen“ Tasks.
- Storage ist komplett entspannt: 201,1 GB total, 175,7 GB frei. BOINC nutzt 2.653,99 MB – da ist mehr als genug Luft.
BOINC-Status insgesamt: 1.486 Jobs erfolgreich, 0 failed, 0 RPC- und Fetch-Failures. Diese Nuller-Kombo ist für mich der eigentliche Wochenrekord: kein Rechenwerk ist schnell, wenn es ständig neu ansetzen muss.
Projekte im Detail
Diese Woche ist vom Gefühl her ein Mix aus „Einstein macht’s schwer“ plus „spacious/Asteroids rotieren schön durch“, während PrimeGrid konstant CPU kaut.
Einstein@Home – der RAM-Charakter, der den Host „schwer“ wirken lässt
Einstein@Home ist klar der Dominator im Setup: 937.386 Credit bei expavg 31.264,96 und einer kumulierten Runtime von 206,27 d.
Man sieht auch in den aktiven Tasks sofort, warum Einstein anders „anfühlt“ als die Kurzläufer: Working Sets von 2.510 MB bis 4.378 MB pro Task (und das mehrere parallel). Das ist nicht nur CPU-bound – da arbeitet der Speichercontroller sichtbar mit.
Trotzdem bleibt’s souverän, weil 64 GB einfach Druck rausnehmen: selbst der Wochen-Peak lag nur bei 26,3 GB (42,02 %). Heißt: viel Einstein parallel ist drin, ohne dass das System auch nur in die Nähe von Swap schaut.
PrimeGrid – CPU-bound, eher zäh, aber konstant
PrimeGrid steht bei 177.541,020314 Credit, expavg 5.757,67, 394 Jobs erfolgreich und 32,89 d Runtime.
PrimeGrid ist bei mir meistens der „ruhige Dauerläufer“: tendenziell CPU-bound, wenig Drama im RAM und eher Workunits, die nicht ständig rotieren. Das hilft dem Scheduler auch – weniger ständiges Nachladen/Reporten, mehr wirklich rechnen.
spacious@home – schnelle Rotation, RAM-Footprint von „mini“ bis „oha, 223 MB“
spacious@home: 41.046,263753 Credit, expavg 1.174,15, 480 Jobs erfolgreich, 26,77 d Runtime.
In den zuletzt erledigten Tasks waren 12 Stück mit Ø 43m 15s. Das ist genau spacious: relativ kurze bis mittellange Tasks, die den Durchsatz hoch halten und den BOINC-Scheduler regelmäßig „beschäftigt“ wirken lassen.
Interessant finde ich die Streuung im Working Set: von 4 MB (quasi nix) bis 223 MB bei einem laufenden Task. Das ist nicht riesig, aber man merkt: selbst innerhalb eines Projekts gibt’s Workunit-Typen, die sich unterschiedlich „dicht“ verhalten – und genau solche Wechsel können dann auch Watt/Temp minimal verschieben.
Asteroids@home – Durchsatzmaschine, eher leichtgewichtig
Asteroids@home steht bei 28.997,778902 Credit, expavg 916,39, 494 Jobs erfolgreich und 22,98 d Runtime.
Zuletzt liefen 8 Tasks mit Ø 1h 5m. Das ist für mich Asteroids in Reinform: ordentlich Turnover, wenig Speicherstress (z. B. ein laufender Task mit 14 MB Working Set), einfach konstant Arbeit nachschieben.
climateprediction.net – weiterhin nicht aktiv
climateprediction.net bleibt bei 0 (kein Credit, keine Runtime). Entsprechend hat’s diese Woche auch keinen Einfluss auf Lastmix oder Speicher.
Auffälligkeiten
Diese Woche gab’s keine Drosselung und auch keine Flags – eher so die Sorte Woche, wo man kurz auf Peaks schaut und dann merkt: das System hat einfach durchgezogen.
Temperatur-Moment: 74 °C
Der höchste Temperaturwert lag bei 74 °C am Freitag, 6. März 2026, 5:00 Uhr.
74 °C ist für 24/7 auf einem i7-7700 komplett okay – aber es ist eben ein klarer Ausreißer über dem Wochenschnitt von 66,8 °C. Mein Kopf macht dann automatisch: Was war da gerade los? Nicht panisch, eher neugierig.
Technisch passt das ziemlich gut zu einem Workunit-Mix, bei dem Einstein gerade mit mehreren RAM-schweren Tasks aktiv ist. Mehr RAM-Last heißt mehr Aktivität am Memory-Controller, und wenn parallel andere Tasks Phasen haben, in denen sie weniger auf Daten warten (Cache trifft gut, CPU kann „dichter“ arbeiten), steigen Watt und Temperatur gerne mal, obwohl die Auslastung sowieso schon bei knapp 100 % klebt.
Watt-Peak: 45 W
Der höchste CPU-Verbrauch lag bei 45 W am Donnerstag, 5. März 2026, 15:00 Uhr.
Im Vergleich zum Schnitt (36,5 W) ist das ein deutlicher Sprung, aber nicht „kritisch“. Für mich ist das eher so ein Fingerzeig: da war vermutlich eine Phase mit Workunits, die die CPU effizienter auslasten (z. B. weniger Memory-Wait, anderer Instruktionsmix). Genau solche Peaks sind spannend, weil sie nicht durch „mehr Last“ kommen (die ist ja eh da), sondern durch dichtere Last.
Fazit
Das war eine Woche, die sich richtig stabil anfühlt: 99,7 % CPU-Usage, Load1 8,37 genau dort, wo er bei 8 Threads hingehört, Swap 0 MB, und 1.486 erfolgreiche Jobs bei 0 Fehlern. Das ist für mich die beste Art von Crunching: nicht rekordgeil, sondern verlässlich.
Und ja: ein Teil von mir ist immer kurz enttäuscht, wenn nichts „komisch“ ist – weil Debuggen auch irgendwie Spaß macht. Aber dann seh ich die Null bei Failed Jobs und denk mir: passt. Der Kasten rechnet. Stoisch. Genau wie draußen das Wetter gerade wirkt 😎
Diagramme
Begriffe kurz erklärt
- Load1: Zeigt an, wie stark der Prozessor in der letzten Minute ausgelastet war – ähnlich wie die Warteschlange an der Kasse.
- BOINC: Ein Programm, mit dem viele PCs gemeinsam wissenschaftliche Berechnungen durchführen, zum Beispiel für Astrophysik oder Medizin.
- Einstein@Home: Ein BOINC-Projekt, bei dem dein Rechner hilft, Gravitationswellen und Pulsare zu entdecken.
- PrimeGrid: Ein Projekt, das mit freiwilliger Rechenleistung nach riesigen Primzahlen sucht.
- Asteroids@home: Ein verteiltes Rechenprojekt, das die Formen und Bahnen von Asteroiden berechnet.
- Runtime: Gibt an, wie lange ein Programm oder Prozess bereits läuft – quasi die Stoppuhr seiner Aktivität.
- Working Set: Bezeichnet die Menge an Speicher, die ein Programm aktuell wirklich braucht, um flüssig zu arbeiten.
- Scheduler: Steuert, welcher Prozess wann Rechenzeit bekommt – wie ein Fahrplan für den Prozessor.
- Memory-Controller: Ein Teil des Systems, der den Datenverkehr zwischen Arbeitsspeicher und Prozessor organisiert.


