APOD-Archiv
07.12.2025 – The Sun and Its Missing Colors
Es ist immer noch nicht geklärt, warum dem Licht der Sonne manche Farben fehlen. Hier siehst du alle sichtbaren Farben der Sonne, gewonnen, indem man ihr Licht durch ein prismaähnliches Gerät geschickt hat – ein Spektrum, also die Aufspaltung des Lichts in seine Farben. Aufgenommen wurde es am McMath-Pierce Solar Observatory. Dabei zeigt sich: Unsere weiß erscheinende Sonne sendet fast jede Farbe aus, am stärksten im gelb‑grünen Bereich.
06.12.2025 – Apollo 17 at Shorty Crater
Vor 53 Jahren, im Dezember 1972, verbrachten die Apollo‑17‑Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt rund 75 Stunden auf dem Mond und erkundeten das Taurus‑Littrow‑Tal, während ihr Kollege Ronald Evans über ihnen kreiste. Dieses Foto von einer anderen Welt hat Cernan aufgenommen, als er mit Schmitt über den Talboden zog: Zu sehen ist Schmitt neben dem Mondrover, geparkt am südöstlichen Rand des Kraters Shorty.
05.12.2025 – The Bipolar Jets of KX Andromedae
Servus – bei KX Andromedae, einem veränderlichen Stern, schießen zwei entgegengesetzte Materiestrahlen (bipolare Jets) ins All, jeweils rund 19 Lichtjahre lang. Entdeckt wurden sie erst vor Kurzem; in dieser tiefen Teleskopaufnahme, die aus über 692 Stunden Bilddaten zusammengesetzt ist und auf KX And zentriert wurde, sieht man die Strukturen so detailliert wie noch nie.
04.12.2025 – Galaxies in the Furnace
NGC 1316, eine enorme elliptische Galaxie rund 75 Millionen Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Ofen (Fornax), zeigt Gewalt im Kosmos in Reinform. Elliptisch heißt: keine klaren Spiralarme, sondern eine eher eiförmige Sternenwolke. Forschende vermuten, dass sie mit der kleineren Nachbarin NGC 1317 zusammengestoßen ist – die sieht man rechts vom Zentrum von NGC 1316. Dabei entstanden weit ausgedehnte Sternströme, die sich wie Schleifen und Schalen um das System legen. Das Licht ihrer engen Begegnung wäre vor etwa 100 Millionen Jahren bei uns angekommen. In der scharfen Teleskopaufnahme wirken die Zentralbereiche der beiden Galaxien mehr als 100.000 Lichtjahre voneinander getrennt.
03.12.2025 – Visualization: Near a Black Hole and Disk
Servus! Hier stürzen wir – fei nur als Supercomputer‑Visualisierung – auf ein Monster‑Schwarzes Loch zu. Die Szene zeigt den gesamten Himmel aus Sicht einer simulierten Kamera, die auf ein Schwarzes Loch mit etwa 4 Millionen Sonnenmassen zusteuert, ähnlich dem im Zentrum unserer Galaxis. Die Kamera liegt rund 16 Millionen Kilometer vom Ereignishorizont entfernt – das ist die Grenze, ab der nichts mehr entkommt – und bewegt sich mit 62 Prozent der Lichtgeschwindigkeit hinein.
02.12.2025 – M77: Spiral Galaxy with an Active Center
Was passiert im Zentrum der nahen Spiralgalaxie M77? Diese nahezu von oben (face-on) sichtbare Galaxie liegt nur 47 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Walfisch (Cetus). In dieser Entfernung misst dieses prächtige Inseluniversum rund 100.000 Lichtjahre. Auch als NGC 1068 bekannt, besitzt M77 einen kompakten, sehr hellen Kern, den Astronominnen und Astronomen intensiv untersuchen, um den Geheimnissen supermassereicher Schwarzer Löcher in aktiven Seyfert-Galaxien auf die Spur zu kommen – also Galaxien, deren Zentralbereich besonders energiereich leuchtet, weil dort Materie ins Schwarze Loch stürzt.
01.12.2025 – 3I ATLAS: Tails of an Interstellar Comet
Servus! Wie typisch ist unser Sonnensystem? Der interstellare Komet 3I/ATLAS, der gerade vorbeischaut, liefert Hinweise. Zuvor wurden schon ein Asteroid, ein Komet, ein Meteor und sogar ein Gasstrom aus vor allem Wasserstoff und Helium von außerhalb bestätigt. 3I/ATLAS wirkt im Vergleich zu Kometen aus unserem System erstaunlich normal, fei: ähnliche chemische Zusammensetzung und ausgestoßener Staub – das stützt die Idee, dass unser Sonnensystem gar nicht so außergewöhnlich ist.
30.11.2025 – The Surface of Titan from Huygens
Stell dir vor, du könntest auf Titan stehen – was würdest du sehen? Diese Farbansicht blickt über eine fremde, ferne Landschaft auf Saturns größtem Mond. Aufgenommen wurde sie 2005 von der Huygens-Sonde der ESA, nach einem 2,5-stündigen Abstieg durch eine dichte Atmosphäre aus Stickstoff mit Methan. Am Boden liegt ein unheimliches orangefarbenes Licht. Überall sind Brocken verstreut, vermutlich aus Wasser und Kohlenwasserstoffen, beides bei –179 °C knüppelhart gefroren. Der große, hellere Stein unten links misst nur etwa 15 Zentimeter und steht rund 85 Zentimeter entfernt.
29.11.2025 – Moon Games
Das ist kein Screenshot aus einem Videospiel. Unterhalb der Baumgrenze duckt sich eine kleine Bergkirche – fast so, als würde sie sich vor dem Mond verstecken. Im sorgfältig komponierten Telefoto vom 23. November reflektieren die Kirchenmauern teilweise das Licht irdischer Flutlichter; der Mond selbst wirft natürlich Sonnenlicht zurück.
28.11.2025 – NGC 6888: The Crescent Nebula
NGC 6888, auch als Sichelnebel bekannt, misst rund 25 Lichtjahre – eine kosmische Blase, aufgepumpt von den heftigen Winden eines massereichen Zentralsterns. Dieses tiefe Teleskopbild nutzt Schmalbanddaten, um gezielt das Licht von Wasserstoff- und Sauerstoffatomen herauszufiltern. Die Sauerstoffemission sorgt für den blaugrünen Schimmer, der wie ein Schleier über den feinen Falten und Filamenten des Nebels liegt.
27.11.2025 – Portrait of NGC 1055
Servus – die große, schöne Spiralgalaxie NGC 1055 ist das dominierende Mitglied einer kleinen Galaxiengruppe, nur rund 60 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Walfisch. Wir sehen sie fast exakt von der Seite, wie eine schmale Kante. Dieses „Inseluniversum“ spannt sich über mehr als 100.000 Lichtjahre – ein bisschen größer als unsere Milchstraße. Die bunten, stachligen Sterne, die das Porträt schmücken, liegen im Vordergrund in unserer eigenen Galaxis.
26.11.2025 – Globular Cluster M15 Deep Field
Sterne schwärmen wie Bienen um das Zentrum des hellen Kugelsternhaufens M15. Sein zentraler Ball aus über 100.000 Sternen ist ein Relikt aus den Frühzeiten unserer Galaxis und zieht weiter seine Bahn um das Milchstraßenzentrum. M15 gehört zu den rund 150 noch vorhandenen Kugelsternhaufen, ist schon mit einem Fernglas leicht zu finden, beherbergt im Kern fei eine der dichtesten Sternkonzentrationen überhaupt und enthält viele Veränderliche und Pulsare. Kugelsternhaufen sind dichte, annähernd kugelförmige Sternansammlungen; Veränderliche sind Sterne, deren Helligkeit schwankt; Pulsare sind extrem kompakte, schnell rotierende Neutronensterne, die in regelmäßigen Pulsen strahlen.
25.11.2025 – Comet Lemmon and the Milky Way
Servus! Wie sah Komet Lemmon in seiner besten Phase aus? Auf dieser Aufnahme treffen drei Himmels-Spektakel in ganz unterschiedlichen Entfernungen aufeinander. Am nächsten liegen die schneebedeckten Meili-Berge, ein Teil des Himalaya in China. Dazwischen zeigt sich Komet C/2025 A6 (Lemmon) fast in Bestform: Ein weißer Staubschweif zieht nach rechts, während sein blauer Ionenschweif – vom Sonnenwind verbogen – nach links weist. Ganz weit dahinter, links im Bild, liegt die prachtvolle zentrale Ebene unserer Milchstraße mit dunklen Staubbändern, roten Nebeln und Milliarden sonnenähnlicher Sterne.
24.11.2025 – Apep: Unusual Dust Shells from Webb
Was hat diese ungewöhnliche Weltraumskulptur geformt? Sterne. Das System aus Wirbeln und Schalen heißt Apep und wurde 2024 vom James-Webb-Weltraumteleskop im Infrarotlicht so detailreich wie nie beobachtet.
23.11.2025 – The Observable Universe
Servus, wie weit können wir eigentlich sehen? Alles, was wir sehen – und was wir theoretisch sehen könnten, wenn unsere Augen alle Arten von Strahlung wahrnehmen würden – ist das beobachtbare Universum. Das fernste Licht kommt vom kosmischen Mikrowellenhintergrund, dem Nachglühen des frühen Kosmos, aus einer Zeit vor 13,8 Milliarden Jahren, als das All noch so undurchsichtig war wie dichter Nebel. Es gibt auch Neutrinos und Gravitationswellen, die uns umgeben und aus noch größerer Entfernung stammen könnten, aber für deren direkte Signale fehlt uns derzeit noch die nötige Technik.
22.11.2025 – Dione and Rhea Ring Transit
Links neben der gebänderten Planetenscheibe des Saturn sind die kleinen, eisigen Monde Dione und Rhea zu sehen – sie ziehen vor dem ausgedehnten Ringsystem vorbei. Dieses bemerkenswert scharfe Teleskopbild entstand am 20. November, als die Ringe von der Erde aus fast genau kantenständig standen. Wenn unsere Sichtlinie mit der Ringebene zusammenfällt (eine sogenannte Ringebenenkreuzung), wirken die dünnen, sonst so hellen Ringe wie verschwunden – das ist fei ein seltener Anblick.
21.11.2025 – 3I/ATLAS: A View from Planet Earth
Nach seinem Perihel, dem sonnennächsten Punkt am 29. Oktober, ist Komet 3I/ATLAS wieder auf dem Weg hinaus – und er ist erst das dritte bekannte interstellare Objekt, das durch unser Sonnensystem zieht. In dieser Aufnahme von Rolando Ligustri, mit kleinem Teleskop am 14. November festgehalten, sieht man seine grünliche Koma (die gashaltige Hülle um den Kern) und zarte Schweife vor dem Sternhintergrund des Sternbilds Jungfrau (Virgo).
20.11.2025 – Alnitak, Alnilam, Mintaka
Alnitak, Alnilam und Mintaka – die drei hellen, bläulichen Sterne – ziehen sich in diesem Himmelsfeld diagonal von rechts oben nach links unten. Zusammen heißen sie der Gürtel des Orion. Es sind blaue Überriesen, also sehr massereiche, sehr heiße Sterne – deutlich massereicher und heißer als die Sonne. Sie stehen in Entfernungen zwischen rund 700 und 2.000 Lichtjahren und sind in den gut erforschten interstellaren Wolken des Orion entstanden.
19.11.2025 – Chamaeleon Dark Nebulas
Servus, manchmal hat der dunkle Staub im interstellaren Raum eine richtige, fast kantige Eleganz – so wie hier im tief südlichen Sternbild Chamäleon. Normalerweise ist dieser Staub so lichtschwach, dass er vor allem sichtbares Sternenlicht schluckt und dahinterliegende Sterne und Galaxien verdeckt. In dieser 11,4-stündigen Aufnahme sieht man ihn jedoch überwiegend im eigenen Licht: starke rote und nahinfrarote Anteile (also Licht knapp jenseits von Rot) ergeben den bräunlichen Schimmer.
17.11.2025 – Comet Lemmon’s Wandering Tail
Servus – was ist mit dem Schweif von Komet Lemmon passiert? Die Antwort weht im Wind – im Sonnenwind. Dieser stetige Strom geladener Teilchen von der Sonne war in letzter Zeit ziemlich variabel, weil die Sonne Energieausbrüche (CMEs, koronale Massenauswürfe) raushaut, die die vom Kometen selbst ausgestoßenen Ionen wegdrücken und ablenken. So entsteht der bläulich leuchtende Ionenschweif von C/2025 A6 (Lemmon), der nicht nur beeindruckend filigran ist, sondern auch ungewöhnliche Haken schlägt.
16.11.2025 – Crossing Saturn’s Ring Plane
Servus – wenn das hier Saturn ist, wo sind dann die Ringe? Als Saturns „Anhänge“ 1612 verschwanden, wusste Galileo nicht, warum. Später hat man verstanden: Das sind Ringe, und wenn die Erde die Ringebene kreuzt, sehen wir sie genau von der Kante – dann wirken sie wie weg. Denn Saturns Ringe sind auf eine Ebene beschränkt, die im Verhältnis um ein Vielfaches dünner ist als eine Rasierklinge.
15.11.2025 – Andromeda and Friends
Servus! Diese prachtvolle extragalaktische Himmelslandschaft richtet den Blick auf die Andromedagalaxie – die nächste große Spiralgalaxie zur Milchstraße. Gleichzeitig gibt’s einen echten Messier-Katalog-Dreier, fei: M31 (Andromeda) zusammen mit M32 und M110 im selben Teleskopblickfeld. In dieser Aufnahme sitzt M32 knapp links vom hellen Kern Andromedas, M110 liegt darunter, etwas nach rechts versetzt. M32 und M110 sind beide elliptische Galaxien – also eher rundlich, ohne ausgeprägte Spiralarme – und als Satelliten an die größere Spiralgalaxie Andromeda gebunden.