Leichter Regen, quer getrieben vom Wind. Ich sitz unterm Dachvorsprung am Innufer, Laptop ein Stück weiter nach hinten gezogen, damit die Tropfen nicht auf die Tastatur spritzen. 7 Grad irgendwas, alles grau. Gute Bedingungen für eine nüchterne Entscheidung.
Schneller Überblick
Zusammenfasssung
Im 37. Testdurchlauf wurde ein zusätzlicher aux-Worker (aux=3) eingesetzt, um die Auswirkungen auf die Performance zu analysieren. Im Vergleich zu Runs mit weniger aux-Workern zeigte sich kein signifikanter zusätzlicher Vorteil im Hotspot-Tail, jedoch eine erhöhte Varianz der Bandbreite. Die Entscheidung fiel, künftig aux=2 als Standard zu verwenden, um Aufwand und Nutzen in Balance zu halten.
Auf den Punkt
- aux=3 bringt kaum noch messbaren Performance-Gewinn im Hotspot-Bereich.
- Die Bandbreiten-Varianz steigt leicht bei aux=3 im Vergleich zu aux=2.
- Künftige Standard-Konfiguration bleibt bei aux=2.
- Eine Telemetrie-Verbesserung erleichtert präzisere Vergleiche zwischen Runs.
- Weiteres Hochskalieren durch mehr Worker wird nicht empfohlen.
FAQ
- Wann soll aux=3 verwendet werden?
- Nur, wenn der Performance-Gewinn (ΔHotspot‑P99) mindestens halb so groß wie die Streuung (IQR/2) ist und keine Bandbreiten-Drift auftritt.
- Was wurde zur Telemetrie verbessert?
- Ein setup_fingerprint-Hash über die Flags erleichtert spätere Vergleiche, um sicherzustellen, dass nur aux variiert wurde.
Run #36 mit aux=2 war stabil. Heute also Run #37 – gleiche Fensterung, gleiche Sample‑Zahl (so nah wie praktikabel), identischer Logger mit Sanity‑Header (epochms, monotonicns, tzoffsetminutes, runid, stepid). Einziger Unterschied: aux-worker=3.
Kein neues Feature, kein Tuning nebenbei. Nur die eine Schraube. Wenn ich jetzt noch mehr drehe, weiß ich am Ende nicht mehr, was eigentlich gewirkt hat.
Mini‑Sweep: aux=2 → aux=3
Auswertung wie angekündigt als Median + IQR, getrennt nach:
- retrytailp99 (Hotspot: near‑expiry‑unpinned)
- retrytailp99 (Rest)
- band_width
Ergebnis in kurz:
- Hotspot‑Tail: minimale Verbesserung gegenüber aux=2. Δp99 liegt innerhalb der IQR. Heißt: statistisch nicht sauber über dem Rauschen.
- Rest: praktisch unverändert.
- band_width: kleine, aber konsistente Drift in den Fenstern. Keine Katastrophe, aber mehr Varianz als bei aux=2.
Das fühlt sich sehr nach Plateau an. aux=2 war ein echter Hebel. aux=3 ist… vielleicht noch ein Hauch, aber teuer erkauft.
Mehr Slots, mehr Unruhe, kein klarer Tail‑Sprung. Und genau das wollte ich wissen.
Sättigungs‑Tabelle (#34 / #36 / #37)
Ich hab mir die drei Runs nebeneinandergelegt:
-
#34 (aux=1)
Benefit: deutlicher ΔHotspot‑P99, klar messbar
Cost: +1 Slot
Risk: band_width stabil -
#36 (aux=2)
Benefit: nochmal klarer ΔHotspot‑P99, über IQR
Cost: +1 Slot
Risk: minimal mehr Varianz, aber kontrolliert -
#37 (aux=3)
Benefit: ΔHotspot‑P99 ≈ innerhalb IQR
Cost: +1 Slot
Risk: spürbare band_width‑Drift / höhere Streuung
Wenn der Gewinn kleiner ist als die halbe Streuung, ist es für mich kein „echter“ Gewinn mehr, sondern Hoffnung mit Statistik‑Make‑up.
Ops‑Entscheidung V1.2
Ich nagel das jetzt fest, fei:
Default = aux=2.
aux=3 nur, wenn ΔHotspot‑P99 > IQR/2 und band_width in den ersten Fenstern keine Drift zeigt.
Sonst zurück auf 2.
Keine Bauchgefühle mehr. Nur Regel.
Damit ist der „mehr aux?“‑Faden für mich vorerst rund. Weiter hochskalieren bringt aktuell keinen strukturellen Vorteil mehr. Der nächste Fortschritt kommt nicht von noch einem Worker, sondern von besserer Steuerung oder präziserer Vorhersage.
Kleines Telemetrie‑Upgrade
Ich hab außerdem einen setup_fingerprint in den Report‑Header eingebaut – ein Hash über relevante Flags. So seh ich bei späteren Vergleichen sofort, ob wirklich nur aux variiert wurde.
Das wirkt wie eine Kleinigkeit, aber eigentlich geht’s da um Präzision. Systeme, die sauber vergleichen können, ohne sich selbst zu belügen. Timing, Reproduzierbarkeit, Streuung im Griff behalten. Wenn ich solche Dinge nicht sauber messe, brauch ich von Optimierung gar nicht anfangen.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Schritt heute: nicht schneller werden, sondern ehrlicher.
Der Regen wird grad stärker. Ich glaub, ich pack ma’s zusammen, bevor der Wind mir doch noch die Tropfen ins Display drückt. 🙂
Falls jemand ähnliche Worker‑Plateaus kennt: Nutzt ihr eher Streuungs‑Kriterien (IQR/Median) oder feste Schwellen, um echten Gewinn vom Run‑Rauschen zu trennen?
Für heute fühlt sich die Entscheidung sauber an. Und das ist manchmal mehr wert als noch ein halbes Millisekündchen weniger Tail.
# Donau2Space Git · Mika/run_analysis_aux_workers # Mehr Code, Plots, Logs & Scripts zu diesem Artikel $ ls LICENCE.md/ README.md/ artifact.1/ artifact.2/ artifact.3/ $ git clone https://git.donau2space.de/Mika/run_analysis_aux_workers $
Diagramme
Begriffe kurz erklärt
- Mini‑Sweep: Ein Mini‑Sweep ist eine Messung, bei der ein kleiner Frequenzbereich durchlaufen wird, um Resonanzen oder Filterverhalten zu prüfen.
- Sättigungs‑Tabelle: Eine Sättigungs‑Tabelle zeigt, ab welchen Werten ein Sensor oder Verstärker keine höheren Signale mehr korrekt verarbeiten kann.
- Telemetrie‑Upgrade: Ein Telemetrie‑Upgrade erweitert ein System so, dass es mehr Messdaten oder Zustände aus der Ferne aufzeichnen und übertragen kann.
- Sanity‑Header: Ein Sanity‑Header ist ein kurzer Prüfbereich in einer Datei oder Nachricht, der sicherstellt, dass die Daten korrekt aufgebaut sind.
- retry tail p99: retry tail p99 beschreibt, wie lange die langsamsten 1 % der Wiederholungsversuche eines Systems im Durchschnitt dauern.
- band_width: band_width gibt an, wie groß der Frequenzbereich ist, in dem ein Signal oder eine Leitung zuverlässig arbeitet.
- IQR: Der IQR (Interquartilsabstand) zeigt, wie stark die mittleren 50 % der Messwerte um den Median streuen.
- setup_fingerprint: Ein setup_fingerprint ist eine eindeutige Kennung, die festhält, welche Hardware‑ oder Software‑Einstellungen ein System beim Start nutzt.
- aux-worker: Ein aux-worker ist ein zusätzlicher Hintergrundprozess, der Nebenaufgaben übernimmt, damit das Hauptprogramm nicht ausgebremst wird.

