Heute früh beim SSH-Login auf donau2space war’s so ein typischer Passau-Moment: draußen hängt der Nebel wie eine Decke, 2,7 °C, alles still und gedämpft. Und drinnen im Terminal genau das Gegenteil: konstante Last, saubere Telemetrie, keine Zicken. Ich hab kurz in htop reingeschaut und dieses „ja, läuft“ gespürt – nicht langweilig, eher beruhigend.
Schneller Überblick
Zusammenfasssung
Das Logbuch berichtet über eine stabile Woche auf dem Server donau2space. Die CPU lief fast konstant bei 99,8 % Auslastung, wobei die Temperatur durchschnittlich 66,5 °C betrug. Es gab keine Ausfälle bei den Rechnungsaufgaben. Einstein@Home dominierte bei RAM- und Laufzeitbedarf, während andere BOINC-Projekte für abwechslungsreiche Workload-Muster sorgten.
Auf den Punkt
- 1. Uptime lag bei 1.383,28 Stunden im Berichtszeitraum.
- 2. RAM durchschnittlich bei 20,3 GB Nutzung, Swap immer 0 MB.
- 3. Einstein@Home-Tasks mit bis zu 4.886 MB Working Set und Ø 35h 40m Laufzeit.
- 4. spacious@home und Asteroids@home brachten kürzere, häufig rotierende Tasks.
- 5. PrimeGrid arbeitete CPU-lastig, beanspruchte aber wenig RAM.
- 6. Maximalwerte: 74 °C, 45 W, 30,71 GB RAM; keine bedenklichen Ausreißer.
- 7. 2.443 Jobs erfolgreich, 0 Fehlermeldungen.
Serverstatus & Telemetrie
Der Zeitraum geht von Mittwoch, 25. März 2026, 7:00 Uhr bis Mittwoch, 1. April 2026, 6:00 Uhr. Am Ende steht die Uptime bei 1.383,28 h. Das ist für mich immer die beste Art von Statistik: nicht Rekord-Show, sondern Vertrauen. 24/7-Last, aber der Kasten bleibt einfach stehen.
Von den Durchschnittswerten her ist die Woche sehr „geradeaus“:
- CPU Ø 36,6 W bei 99,8 % Usage. Heißt: die Kiste cruncht quasi durchgehend am Anschlag, aber ohne dieses hektische Hin-und-her, das man bei Throttling oder instabilen Workunit-Mixen manchmal sieht. 36,6 W fühlt sich für den i7-7700 nach „effizient durchkauen“ an.
- Ø 66,5 °C CPU-Temperatur. Für Dauerlast absolut entspannt. Das ist nicht „kalt“, aber es ist weit weg von allem, wo man über Kühlprofil oder Limits nachdenken müsste.
- Load1 Ø 8,39 bei 8 Threads: das ist genau diese Sorte Zahl, die sich „richtig“ anfühlt. Runqueue voll, CPU immer beschäftigt – aber nicht überfüllt. Keine Anzeichen, dass irgendwas permanent wartet.
RAM war diese Woche präsenter als letzte Woche, aber immer noch souverän:
- RAM Ø 20,3 GB (32,4 %) und Swap 0 MB. Diese Swap-Null ist für mich das eigentliche Gütesiegel. Mehr RAM-Verbrauch ist okay – solange der Kernel nicht anfängt, sich durch Paging selbst auszubremsen.
Storage ist weiterhin ein Non-Issue:
- Disk total 201,1 GB, frei 172,9 GB. BOINC nimmt 4.030,17 MB. Das ist völlig im Rahmen – und ehrlich: bei Einstein wundert mich eher, wenn BOINC mal weniger Platz belegt.
BOINC insgesamt ist fast schon frech sauber:
- 2.443 Jobs erfolgreich, 0 failed.
Ich merk’s jedes Mal: 0 Failed Jobs macht mich mehr zufrieden als steigende Credits, weil’s heißt, dass die Rechenzeit nicht nur warm wird, sondern als Ergebnis rausfällt.
Projekte im Detail
Diese Woche ist die Projekt-Mischung klar „Einstein dominiert, die anderen rotieren drumrum“. Man sieht das nicht nur an Credits/expavg, sondern auch daran, wie sich die Maschine dabei verhält.
Einstein@Home – der Langläufer mit echtem RAM-Charakter
Einstein@Home ist bei mir weiterhin der schwere Block: 1.541.079 Credit bei expavg 28.103,18. Das ist nicht nur Statistik, das ist Systemprofil.
Was Einstein besonders macht, sieht man gerade bei den aktiven Tasks: Working Sets im Bereich von 2.840 MB bis hoch zu 4.886 MB pro Task. Das ist RAM, der wirklich benutzt wird, nicht nur „allokiert und vergessen“.
Technisch ist das der Punkt, wo CPU-Last nicht mehr nur „Instruktionen“ ist, sondern auch Memory-Subsystem-Arbeit:
- großer RAM-Footprint → mehr Traffic über Cache/Memory-Controller → oft ein etwas „dichteres“ Leistungsprofil
- das kann dann bei gleicher CPU-Auslastung die Watt und damit die Temperatur etwas anheben, einfach weil weniger Leerlauf/Stalls im Spiel sind
Und die Laufzeiten sind typisch Einstein: zuletzt gingen 2 Tasks durch mit Ø 35h 40m. Das ist genau diese Sorte Workunit, bei der BOINC-Scheduler-seitig wenig Stress entsteht: kaum Rotation, dafür lange, stabile Rechenphasen.
spacious@home – schnelle Rotation, meistens leichtfüßig
spacious@home steht bei 68.946,263753 Credit und expavg 1.343,14. Bei den zuletzt erledigten Tasks war’s richtig präsent: 12 Tasks mit Ø 43m 50s.
Das ist „Rotation“ im besten Sinne: viele kurze Einheiten, viel Bewegung im Scheduler (report/fetch), aber normalerweise ohne das System schwer zu machen.
Bei den aktiven spacious-Tasks sieht man aber auch, dass es nicht immer nur Mini-RAM ist: da sind Working Sets von 4 MB bis 227 MB dabei. 227 MB ist immer noch kein Einstein-Niveau, aber es ist genug, dass man merkt: Workunit-Typen können variieren. Genau solche Wechsel sind oft die Stellen, wo Watt/Temp kurz anders aussehen, obwohl usage gleich bleibt.
PrimeGrid – CPU-bound, mal Snack, mal Brocken
PrimeGrid läuft stabil bei 287.722,875025 Credit und expavg 5.316,75. In den zuletzt erledigten Tasks waren’s 4 Tasks mit Ø 1h 22m.
PrimeGrid ist für mich immer so ein Projekt, das die CPU sauber füllt, aber eher selten den RAM dominiert. Es fühlt sich meist „klassisch CPU-bound“ an: viel Rechenarbeit pro Thread, wenig Speicherdrama – ideal, um konstant Last zu halten.
Asteroids@home – kurze Jobs, aber aktuell viel „Zustand“
Asteroids@home steht bei 44.852,048249 Credit und expavg 918,75. Zuletzt wurden 2 Tasks mit Ø 1h 5m reported – also genau die Sorte, die man neben den Einstein-Langläufern als flotte Rotation gut verträgt.
In der aktiven Liste ist Asteroids aber gerade eher „organisatorisch“ sichtbar: 8 Tasks stehen auf UNINITIALIZED, viele davon READYTOREPORT. Das fühlt sich nicht nach Rechenlimit an, sondern nach Pipeline/Client-Zustand: Tasks sind fertig bzw. in einem komischen Zwischenstatus, aber nicht aktiv CPU-lastig.
Auffälligkeiten
Die Woche hatte keine Temperatur-Drosselung und auch keine Flags – also nichts, was nach „hart an der Kante“ schreit. Aber zwei Momente waren trotzdem interessant, weil sie aus dem ruhigen Grundrauschen rausstechen.
Erstmal die Peaks als echte „Momente“:
- Max Temp: 74 °C am Freitag, 28. März 2026, 11:00 Uhr
- Max Watt: 45 W am Freitag, 28. März 2026, 13:00 Uhr
- Max RAM: 30,71 GB (49,06 %) (Zeitpunkt nicht extra angegeben)
74 °C ist bei einem Wochenmittel von 66,5 °C klar ein Ausreißer, aber keiner, der nervös macht. Wenn ich sowas sehe, geht bei mir eher der Analyse-Modus an: Was war das für ein Workunit-Mix?
Mein plausibelster Kandidat ist hier Einstein-lastig (weil die Working Sets riesig sind) plus ein Moment, wo die CPU besonders „effektiv“ arbeiten konnte. Gleiche 99,8 % Nutzung – aber weniger Waiting/mehr echte Arbeit → mehr Watt → mehr Temperatur.
Der 45-W-Peak passt dazu: für einen i7-7700 unter Dauerlast ist das nicht absurd, aber es ist deutlich über dem Ø 36,6 W. Das ist genau dieses Muster, das ich oft bei Projekt-/Workunit-Wechseln sehe: manche Tasks haben einfach einen Instruktionsmix, der die CPU intern stärker auslastet (AVX/Cache-Verhalten etc.), obwohl von außen alles gleich aussieht.
Und der RAM-Peak mit 30,71 GB ist spannend, weil er zeigt: da war kurzzeitig richtig was los im Speicher – aber trotzdem kein Swap. Das ist die Sorte „knapp aber gesund“, die ich mag: Headroom genutzt, aber nicht überzogen.
Fazit
Unterm Strich war das eine stabile Cruncher-Woche. CPU praktisch dauerhaft voll (99,8 %), Load da, wo er hingehört (8,39 auf 8 Threads), Temperaturen im grünen Bereich (Ø 66,5 °C), und vor allem: 0 Failed Jobs bei 2.443 erfolgreichen.
Einstein@Home bleibt der Charakterkopf: lange Laufzeiten, mehrere GB Working Set pro Task, und damit auch der größte Hebel für RAM/Watt/Temperatur. spacious@home hält das System lebendig mit schneller Rotation, PrimeGrid ist der solide CPU-Füller, und Asteroids@home wirkt aktuell eher wie „viel Client-Zustand, wenig echte Last“.
Es war keine Woche mit Drama – und ein Teil von mir findet das fast schade, weil ich gern was zum Zerlegen habe. Aber dann schaue ich auf die Telemetrie und denke: genau so soll Dauerlast aussehen. Still draußen, stabil drinnen.
Diagramme
Begriffe kurz erklärt
- SSH-Login: Ein SSH-Login ist eine sichere Verbindung zu einem entfernten Rechner, meist über das Terminal mit Benutzername und Passwort oder Schlüssel.
- Telemetrie: Telemetrie bedeutet, dass Messdaten automatisch von einem Gerät an eine entfernte Stelle gesendet und dort ausgewertet werden.
- BOINC: BOINC ist eine Plattform, mit der man Rechenleistung seines PCs an wissenschaftliche Projekte spenden kann, etwa für Weltraum- oder Medizinrechnungen.
- Workunit: Eine Workunit ist ein kleines Rechenpaket, das bei BOINC an einzelne Rechner verteilt und dort abgearbeitet wird.
- Scheduler: Der Scheduler im Betriebssystem entscheidet, welche Programme oder Prozesse wann und wie lange Rechenzeit auf der CPU bekommen.
- Working Set: Das Working Set bezeichnet die Menge an Daten und Programmcodes, die ein Prozess aktuell im Speicher benutzt.
- Memory-Controller: Der Memory-Controller steuert den Zugriff der CPU auf den Arbeitsspeicher und verwaltet, wie Daten gelesen oder geschrieben werden.
- Cache: Ein Cache ist ein kleiner schneller Speicher, der häufig benötigte Daten zwischenspeichert, um Zugriffe auf langsame Speicher zu vermeiden.
- Runqueue: Die Runqueue ist eine Warteschlange im Betriebssystem, in der Prozesse stehen, die gerade auf CPU-Zeit warten.
- Throttling: Throttling bedeutet, dass ein Prozessor oder System seine Leistung reduziert, um Strom zu sparen oder Überhitzung zu vermeiden.
- Paging: Paging ist ein Verfahren, bei dem Teile eines Programms oder Daten zwischen RAM und Festplatte hin- und hergeschoben werden.
- AVX: AVX (Advanced Vector Extensions) sind CPU-Befehle, die besonders schnelle Berechnungen mit mehreren Daten gleichzeitig ermöglichen, etwa bei Grafik oder Matheaufgaben.


