Heute Morgen um neun (naja… erst Kaffee, dann SSH) sitz ich in Passau vorm Fenster: draußen hängt der Nebel wie ’ne Decke, 4,0 °C, alles still. Und drinnen: htop wie immer komplett grün/rot durchgezogen. Ich liebe diesen Moment, wenn man merkt: die Maschine hat die ganze Woche einfach durchgearbeitet und ich darf jetzt rausfinden, wie sie’s getan hat.
Schneller Überblick
Zusammenfassung
Im Beobachtungszeitraum lief der Server stabil und effizient unter durchgehender Last (99,7 % CPU-Auslastung, Ø 68 °C, 37,4 W). Einstein@Home dominierte mit speicherintensiven, langlaufenden Tasks (~5,1 GB RAM/Task). Keine fehlgeschlagenen Jobs; der RAM-Verbrauch blieb trotz Peaks (max. 32 GB) stets im gesunden Bereich. Störungen und Drosselungen traten nicht auf.
Auf den Punkt
- Uptime im Zeitraum: 1.887,28 h, keine Neustarts oder Fehler
- CPU-Auslastung konstant hoch, bei moderatem Temperatur- und Stromverbrauch
- Einstein@Home beanspruchte viel RAM, Working Set pro Task >5 GB
- PrimeGrid zeigte vielfältige, teils sehr kurze und sehr lange Laufzeiten, überwiegend CPU-lastig
- spacious@home und Asteroids@home sorgten für hohe Task-Rotation und moderate Ressourcenbelastung
- Keine Nutzung von Swap, Speicher stets ausreichend verfügbar
- Einzelner Temperaturspike (78 °C), aber keine kritischen Systemereignisse
FAQ
- Wie hoch war der maximale RAM-Verbrauch und wurde Swap genutzt?
- Der maximale RAM-Verbrauch lag bei 32,05 GB; Swap wurde nicht genutzt.
- Gab es Serverausfälle oder fehlgeschlagene Jobs?
- Nein, alle 3.469 Jobs liefen fehlerfrei durch, keine Serverausfälle.
- Welches Projekt hat den größten Einfluss auf die Auslastung gehabt?
- Einstein@Home war mit langen und speicherintensiven Tasks das prägende Projekt in der Woche.
Serverstatus & Telemetrie
Der Zeitraum geht von Mittwoch, 15. April 2026, 7:00 Uhr bis Mittwoch, 22. April 2026, 6:00 Uhr. Die Uptime steht am Ende bei 1.887,28 h. Das ist nicht „lange an“ – das ist dieses beruhigende Gefühl von: keine Zicken, keine Neustarts, einfach Last tragen.
Die Woche war insgesamt ziemlich „straight“, aber nicht langweilig:
CPU im Schnitt: 37,4 W bei 99,7 % Usage. Das ist praktisch Vollgas – und 37 Watt sind für einen i7‑7700 dabei ein angenehmer Bereich. Heißt für mich: nicht sinnlos heißgeprügelt, sondern eher effizient ausgelastet.
Ø 68,0 °C CPU-Temperatur. Für 24/7-Last ist das absolut entspannt. Nicht „kühl“, aber klar im Bereich, wo ich nicht dauernd im Hinterkopf den Lüfter höre (auch wenn ich den Server natürlich nicht höre – ich mein dieses mentale Geräusch 😅).
Load1 Ø 8,40 bei 8 Threads ist so ein typisches „Cruncher-Feeling“: die Runqueue ist voll, aber nicht völlig überladen. Wenn der Load dauerhaft deutlich drüber wäre, würde ich anfangen zu überlegen, ob wir mehr Kontextwechsel/IO-Wartezeit sehen oder ob irgendwas nebenher bremst. So wirkt’s einfach: genau passend.
Beim RAM sieht man, dass nicht nur „CPU-bound“ gespielt wurde:
RAM Ø 19,5 GB (31,2 %), Peak bis 32,05 GB (51,21 %) – und das Wichtigste: Swap 0 MB. Diese Swap‑Null ist für mich jedes Mal wie ein kleiner Sieg. Viel RAM nutzen ist okay, aber wenn geswappt wird, rechnet man nicht mehr sauber – dann verwaltet man Speicher. Und das ist so ein unsichtbarer Effizienzkiller.
Storage ist komplett entspannt: 201,1 GB total, 175,8 GB frei. BOINC selbst belegt nur 1.036,7 MB – also nix, was irgendwie Druck macht.
BOINC‑Stabilität: 3.469 Jobs succeeded, 0 failed. Dazu 0 RPC failures und 0 fetch failures. Ganz ehrlich: das freut mich mehr als jede Credit-Zahl. Credits sind nice, aber 0 failed heißt: der Host läuft sauber, keine stillen Rechenfehler, keine kaputten WUs, keine nervigen Retries.
Projekte im Detail
Diese Woche fühlt sich an wie ein Mix aus „Einstein zieht den Grundton“ und „die anderen sorgen für Bewegung im Scheduling“.
Einstein@Home – Langläufer mit richtig Working-Set
Einstein steht bei 2.128.176 Credit und einem expavg von 29.754,85. Das ist nicht nur „viel“, das heißt praktisch: Einstein prägt den Host gerade dauerhaft.
Und man sieht auch warum, wenn man in die aktiven Tasks schaut: pro Einstein‑Task liegen die Working Sets bei ca. 5.100 MB bis 5.129 MB. Das ist schon ein Statement. Bei mehreren parallel laufenden Einstein‑WUs ist das nicht mehr „ein bisschen RAM“, sondern ein echter RAM-Footprint, der sich systemweit bemerkbar macht.
Technisch ist das genau die Sorte Workload, die ich spannend finde:
- CPU-lastig, klar, aber eben auch speicherlastig (großer Working Set → mehr Cache-/RAM‑Traffic)
- mehr Speichertraffic heißt oft: der Speichercontroller arbeitet sichtbarer mit → das kann Watt und Temperatur anheben, obwohl die CPU‑Auslastung „eh immer 99,x %“ ist
Auch die Laufzeiten passen zum Charakter: zuletzt gemeldete Einstein‑Tasks lagen bei Ø 38 h 19 m. Das ist scheduler‑seitig richtig angenehm, weil wenig Task‑Rotation bedeutet: weniger Reporting‑Hektik, weniger „Kanten“ im Systemverhalten. Der Server kann in so einem stabilen Zustand richtig schön durchziehen.
PrimeGrid – CPU‑bound von „Snack“ bis „Marathon“
PrimeGrid steht bei 392.842,908552 Credit, expavg 5.004,85. In den letzten Meldungen waren es 7 Tasks mit Ø 9 h 19 m – aber die Liste zeigt auch diese typischen Ausreißer: da sind PrimeGrid‑Tasks mit 2 m 46 s und 2 m 47 s dabei, und gleichzeitig ein dicker Brocken mit 61 h 19 m.
Das ist so PrimeGrid‑typisch: manche WU‑Typen sind „kurz und knackig“, andere sind echte Langläufer. Vom Systemgefühl her ist PrimeGrid meistens sehr CPU-bound und eher RAM-sparsam – sprich: Kerne voll, aber Speicher bleibt entspannt. Genau so mag ich’s als Gegenpol zu Einstein.
spacious@home – schnelle Rotation, leichtfüßig, aber manchmal mit mehr WS
spacious@home steht bei 95.946,263753 Credit und expavg 1.424,77. Zuletzt: 6 Tasks mit Ø 44 m 54 s.
Das ist das Projekt, das sich wie „taktet schön“ anfühlt: kurze WUs, regelmäßige Reports, wenig Drama. Im aktiven Set springt das Working Set aber teils sichtbar – von sehr klein bis zu 168 MB (bei einem Task, der gerade erst bei 24,4 % ist). Das ist immer noch komplett unkritisch, aber man merkt: spacious ist nicht immer nur Mini‑RAM.
Und genau solche Projekte sind oft die, die die Telemetrie „lebendiger“ machen: mehr Taskwechsel, mehr Scheduling, manchmal kleine Watt‑Zuckungen, einfach weil die CPU ständig andere Codepfade und Datensätze sieht.
Asteroids@home – moderat, kurze WUs, gerade viel „Client-Zustand“
Asteroids@home steht bei 63.413,161844 Credit, expavg 941,3. Zuletzt wurden 4 Tasks mit Ø 1 h 8 m gemeldet – also eher „mittlere Rotation“.
In der aktiven Liste fällt auf, dass viele Asteroids‑Einträge als UNINITIALIZED READYTOREPORT rumliegen. Das wirkt nicht wie Rechenlast, eher wie Pipeline/Client‑Zustand (schon fertig, aber noch nicht sauber „aufgeräumt“ in der Anzeige). Solange RPC/FETCH bei 0 bleibt – und das tut’s – ist das für mich kein Alarm. Eher so ein: BOINC hat gerade viel zu sortieren, aber nix hängt wirklich.
climateprediction.net – weiterhin nicht im Mix
0 Credit, 0 Jobs, 0 Runtime. Diese Woche schlicht kein Faktor.
Auffälligkeiten
Erst die Durchschnittswerte, dann die Momente – weil genau da sieht man, was die Workunits wirklich mit dem System machen.
Diese Woche gab’s einen Flag: TEMPSPIKEGEAVGPLUS_10C. Und der Peak passt dazu:
Max Temp: 78 °C am Sonntag, 19. April 2026, 4:00 Uhr.
78 °C ist für mich kein Drama. Aber es ist so eine Temperatur, wo mein Kopf automatisch auf „interessiert“ schaltet: Warum genau jetzt? Vor allem, weil der Wochen‑Ø bei 68,0 °C liegt – der Spike ist also real, aber nicht „aus der Reihe gefallen“ im Sinne von gefährlich.
In solchen Fällen denke ich weniger an „plötzlich mehr Last“ (Usage war ja eh ~99,7 %), sondern eher an:
- anderer Instruktionsmix (z. B. AVX‑lastiger/effizienter Codepfad → mehr reale Arbeit pro Zeit → oft mehr Watt)
- anderer Memory‑Mix (bei Einstein mit >5 GB WS pro Task plausibel: mehr RAM‑Traffic kann nebenbei auch Wärme/Watt anheben)
Passend dazu der Strom‑Peak:
Max Watt: 47 W am Samstag, 18. April 2026, 12:00 Uhr.
47 Watt sind merklich über dem Ø von 37,4 W, aber immer noch in einem Rahmen, der sich nicht „aus dem Ruder“ anfühlt. Eher: Da war kurz eine Workunit‑Phase, die die CPU besser auslastet als der Durchschnitt. Genau diese Peaks mag ich, weil sie zeigen, dass „99 % CPU“ nicht gleich „99 % gleiche Arbeit“ ist.
RAM‑Peak:
Max RAM: 32,05 GB (51,21 %).
Auch hier: aufmerksam ja, knapp nein. Wir sind weit weg von den 64 GB, und vor allem bleibt Swap bei 0 MB. Das ist für mich souveränes Arbeiten: viel im RAM, aber nicht über die Kante.
Und nice: keine Temperatur-Drosselung / keine Events. Also kein thermisches Notbremsen, kein „CPU gegen sich selbst“. Der Spike war ein Moment, keine Krise.
Fazit
Die Woche war ein ziemlich gutes Beispiel für „Dauerlast, aber kontrolliert“: 99,7 % CPU, Load 8,40, im Schnitt 68,0 °C bei 37,4 W. Der Host fühlt sich damit nicht „gestresst“ an, sondern einfach konsequent beschäftigt.
Einstein@Home bleibt der Charakterkopf: lange Laufzeiten und dieses fette ~5,1‑GB‑Working‑Set pro Task – das prägt RAM‑Profil und macht die Temp-/Watt‑Spitzen technisch plausibel. spacious@home und Asteroids@home bringen Rotation rein, und PrimeGrid ist der CPU‑pur Kontrast mit sehr gemischten Laufzeiten.
Und ganz ehrlich: 0 Failed Jobs bei dem Mix ist für mich wieder das eigentliche Highlight. Draußen Nebel, drinnen saubere Telemetrie – so darf’s bleiben.
Diagramme
Begriffe kurz erklärt
- SSH: SSH ist ein sicheres Protokoll, um sich per Kommandozeile mit einem anderen Computer zu verbinden, zum Beispiel mit einem Raspberry Pi im Netzwerk.
- Working-Set: Das Working-Set beschreibt die Daten und Programme im RAM, die ein Prozess gerade aktiv benutzt.
- BOINC: BOINC ist eine Plattform, mit der viele PCs gemeinsam wissenschaftliche Berechnungen über das Internet durchführen.
- RPC: RPC erlaubt es einem Programm, eine Funktion auf einem anderen Computer so aufzurufen, als wäre sie lokal.
- UNINITIALIZED READY TO REPORT: Dieser Status bedeutet, dass ein Programm oder Sensor noch nicht gestartet wurde, aber bereit ist, Daten zu melden.
- Scheduler: Der Scheduler teilt der CPU mit, welcher Prozess als Nächstes laufen darf, damit alle Programme genug Rechenzeit bekommen.
- CPU-bound: Ein CPU-bound-Prozess ist durch die Rechenleistung der CPU begrenzt, nicht durch Speicher oder Festplatte.
- RAM-Footprint: Der RAM-Footprint beschreibt, wie viel Arbeitsspeicher ein Programm im Betrieb braucht.
- Instruktionsmix: Der Instruktionsmix zeigt, welche verschiedenen Arten von CPU-Befehlen ein Programm ausführt, etwa Rechen-, Speicher- oder Sprungbefehle.
- AVX: AVX ist eine Erweiterung moderner Prozessoren, um viele gleiche Rechenoperationen parallel auszuführen, etwa bei Grafik oder Signalverarbeitung.
- Memory-Mix: Der Memory-Mix beschreibt, wie stark ein Programm verschiedene Speicherarten nutzt, zum Beispiel Cache, RAM oder Festplatte.
- Telemetrie: Telemetrie bedeutet, dass Messdaten automatisch gesammelt und an ein System zur Auswertung gesendet werden.


